28.03.2010

Ich sitze im Schnellzug und lese im kostenlosen Magazin der Bahn. Es gibt wie immer diverse Portraits berühmter Menschen. Eine äußerst erfolgreiche Sängerin zum Beispiel, oder ein alter Typ, der seit den 80ern Skateboards verkauft. Er hatte in Bestzeiten 500 Angestellte. Mir kommt es vor, als sei der Grundtenor aller Artikel eine Art von Erfolgsbewunderung.

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23.03.10

Mal wieder fremde Federn: Die Kölner haben's einfach drauf:

www.youtube.com/watch

 

18.03.2010

Lumo des Tages (Ehrenfeld bei Nacht)

Kurz nach Karneval begannen Profis mit Motorsägen und großen Hubwagen im Autrag der Stadt Köln, die Platanen in der Venloer Straße zwischen Innerer Kanalstraße und Gürtel zu fällen. Es ist schade um das Grün, aber die Bäume konnten nicht tief genug wurzeln und wären auf Dauer zur Gefahr geworden.

Auf einmal fühlt man sich wie in Leipzig oder ... Bautzen: Die Straße wirkt doppelt so breit, der Himmel doppelt so offen. Das Ganze natürlich frei von allem Grün. Im Sommer war die Venloer mit den Platanen besonders nachts eine gemütliche, immer etwas magisch-heimliche Straße. Nun ist sie nackt. Ich freue mich der erweiterten Himmelsicht und warte gleichzeitig sehnsüchtig auf die Neubepflanzung.

 

17.03.2010

Diese Technik! Mal wieder verbräst man gefühlt am meisten Zeit damit, auf nicht funktionierende Computer zu warten.

Heute gibt es Fremdfedern:

Der multibegabte Gehirnstudent und Musiker Dennis Menze schreibt nachdenkeswert über Motivation, Üben und Lernen:

Warum es Kindern so leicht fällt Neues zu lernen, aber Erwachsenen so schwer

Endlich, endlich nähert sich der Frühling. Es wird wieder Zeit für Lumografie..

 

15.03.10

Aus dem Tagebuch eines Landstreichers:

Automaten auf den Bahnsteigen sind günstiger als Bahnhofs-Kioske.

Warum ist Wasser in Bahnhöfen so teuer?

Heute hatte ich am Automaten Glück: Wollte nach Bochum, hatte Hunger und zog deswegen ein grünes Balisto. Die Spirale routierte und schob den Riegel vor, so dass er runterfiel. Als ich mich bückte, um ihn aus dem Fach zu nehmen, sah ich links unten eine verklemmte Capri-Sonne. Jemand hatte Pech gehabt - das Getränk hatte sich verkantet und war stecken geblieben. Drei Reihen weiter oben hing auch eine Tüte M&M's, die von der Spirale nicht weit genug vorgeschoben worden war - was für ein Glück! Ich warf nochmal Geld ein und wählte die Nummer der Schokopastillen. Zwei Packungen fielen auf die Capri-Sonne und rissen sie mit. So lässt's sich leben!

 

07.03.10

Aus der nicht-existenten Reihe 'Abenteuer Alltag - oder: Was das Gehirn uns schrieb' - Hier eine kleine Anekdote.

Ich wollte zur Bank, Geld abheben. Es war sehr kalt. Mit behandschuhten Fingern fummelte ich in meiner Börse herum, um die Karte heraus zu zupfen. Die Karte steckte ich in einen Schlitz in der Wand und die Türen zur kleinen, zugigen Vorhalle öffneten sich. Ich steckte die Karte in den Schlitz im Automaten, wählte 'Auszahlung' und wurde zur PIN-Eingabe aufgefordert.

Mist! Meine PIN! Wie war die noch? Ich hatte sie seit einigen Wochen (gefühlt: MONATE) nicht benutzt. Sehr gut erinnere ich mich noch an die PIN meiner alten Karte. Die der neuen wollte sich so richtig nie auf dem Grund meines Gedächtnisses absetzen. Sie wurde stets aufs neue aufgewirbelt, durcheinander geworfen.

Ich versuchte es. Es klappte! Das Menü zur Bestimmung einer Geldsumme erschien, ich wählte meinen gewohnten Betrag.

Einen Augenblick bitte. Der Vorgang wird bearbeitet.

Man vergisst nie das bange Gefühl aus Studientagen, dass sich mit dem Warten verbindet, während diese Worte einen anstarren.

Mist-Scheiße! Die PIN war falsch! Wie war sie noch? Die hat doch gestimmt! Ich war mir doch sicher!

Ich versuchte es nochmal. Wieder falsch. Ein Wort der Mitteilung war grün, weiß der Himmel warum, vielleicht sollte das beruhigen. Ich trat nach draußen in die märzene Hundskälte und überlegte. Vielleicht lag die Nummer noch zuhause. Ich ging nachsehen. Wühlte alles durch. Nichts. Vier Zahlen, die kann man sich merken, die braucht man nicht aufzuheben. 

Ich presste auf meinem Gehirn herum wie auf einer alten Orange. Wie war die Nummer noch gewesen? Ich hatte sie doch richtig eingegeben! Hatte ich mich vertippt? Ich musste es nochmal versuchen. Ging also wieder raus in die Hundskälte und stellte mich diesmal an einen der Außenautomaten. Die Dinger sind so abgenutzt, man muss mich mit ganzem Körpergewicht in die Tasten legen, damit sie anschlagen. Ich tippe die PIN ein, vertippte mich, tippte nochmal.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Kundenberater.

Die Hundskälte diese Märztages war sehr kalt. Ich hatte noch einen Euro vierzig. Das reicht genau für eine Packung Frischkäse und einen Liter Milch. Vor mir an der Kasse heulte ein kleines Mädchen seine Mutter an, weil die ihr nicht die tolle Zeitschrift mit Taschenlampe schenken wollte. Das kleine Mädchen war sehr melodramatisch, das entsprach meinem Gefühl sehr genau. Ich war arm und verlassen - des Geldes befreit!

Als ich die Stufen zur U-Bahn herunterstieg, fiel mir die Nummer wieder ein. Das Gehirn ist manchmal eine Sau.