28.02.10

Die Stürmin 'Xynthia' jagt über die Dächer. Oben in der Terassenlandschaft bläst es so, dass ich die Kamera nicht ruhig halten kann. Dabei war gestern schon der erste Tag, den man oben in der Sonne verbringen konnte: Der erste Stuhl steht bereits.

Neuigkeiten:

Ich habe die Lyrikseite überarbeitet. Es gibt nun größtenteils neue Texte aus dem Programm 'Gutes Müsli' von Wort und Tonschlag. Einfach hier klicken.

Viel Freude damit!

 

26.02.10

 

Gestern sind mir die ersten Knospen aufgefallen.

Auch sonst Zeichen für Frühling überall: Wie hier auf dem Bild, auf dem kleine Pflänzchen beweisen, dass in den Töpfen auf unserer Dachterasse doch Leben die kalte Zeit überdauern konnte. Jetzt kommen die Wochen, in denen Stimmungspegel schon mal überraschend und extrem ausschlagen können. Fallen wir uns alle gegenseitig um den Hals!

Heute morgen ein toter Buchfink im Hof. Ein Omen? Vögel sind so leicht...

Gleichzeitig gute Nachrichten: Wort und Tonschlag werden wieder auftreten - am 17. Mai um 19 Uhr im Café Goldmund, Köln-Ehrenfeld.

 

20.02.2010

Hier sind endlich mal ein paar Bilder von 'Wort und Tonschlag' in der Buchhandlung Reul am 10. Dezember 2009. Fotos: Felix Keuck.

(einfach auf das erste Bild klicken, im oberen Bildrand erscheinen Pfeile zum Weiterklicken)

Ein Buchladen am Niederrhein

Gitarre gestimmt
Texte auch

 

17.02.2010

So kann's gehen zu Karnveal: Ausgedrückte Zigarette auf der Haut


Karneval endete mit der Nubbelverbrennung. Dieses Jahr habe ich das gesamte Wochenende erstmals als wohnhafter Kölner miterlebt - und in meinem Fall kam das Beste zum Schluss. Unsere Nubbelverbrennung war die von 'Connection' und 'Em Drügge Pitter', zwei Kneipen zwischen Gürtel und Leyendecker Straße. Der Fackel- oder eigentlich Kerzenzug zog sich unter jämmerlichem Wolfsgeheul einmal um den Block. An der kleinen Kreuzung zwischen Marien-und Lessingstraße, in Sichtweite beider Kneipen, wurde die Nubbelpuppe zusammen mit einem Paar alter Skier auf den Boden gelegt und der designierte Nubbel-Priester begann von einem Plastikschemel aus seine Rede mit dem Hinweis, dies sei ein interaktives Begräbnis: Und zwar weil alle an der Verbrennung teilnähmen.

Zunächst wollte er der Menge den Refrain beibringen. Motiviert von seinem 'Dazu sed ihr do' soweso ze doof!' gaben sich alle herzlich Müh, den Text schnell und laut auswendig zu lernen:

Komm' Herr Nubbel sei unser Gast
und brenne, weil de ze brenne has'

Herr, gib uns deinen Säschen
für dat Nubbelsche ze quälen

Gleich isset vorbei
mit de janze Nubbelei!

Im Begräbnistext selbst ging es um Pandemien, U-Bahn-Pfusch und böse Bürgermeister. Nicht ausgelassen wurde eine gehörige Portion Ehrenfelder Lokalstolz, dem ich mich mittlerweile anschließen kann: Denn Ehrenfeld ist ein wunderbares Viertel.
Eine Gruppe junger Frauen, die bei Tageslicht und nicht zu Karneval wahrscheinlich überdurchschnittlich nett und lieb aussehen würden, war besonders scharf darauf, die Puppe gleich in Brand zu stecken. So wird es in der Geschichte auch bei ernsthafteren Gelegenheiten gewesen sein: Trotz des Humors konnte man die Wut des unter Dampf stehenden Mobs deutlich spüren. Umso sinnvoller mag es sein, diesen Energien ritualisiert-humorvoll Raum zu verschaffen.
Kurz vor Ende der meisterlich in besoffenem Tenor gehaltenen Grabrede stahl jemand plötzlich die Puppe. "Ey! Dat war net jeplant!", rief der Priester und sandte schnelle Läufer den Räubern nach. Sie kamen auch nach kurzer Zeit mit dem Nubbel im Arm zurück.

Dank der vielen Kerzen brannte die Puppe bald lichterloh. Der Priester verteilte Aschekreuze und viele Zuschauer sprangen über die brennende Puppe, um sich für das nächste Jahr vor Ungemach zu feien.

Im 'Drügge Pitter' gab's noch ein vorletztes Karnevals-Kölsch. Das allerletzte tranken wir bei Hassan im Simrock: Der besten Bar von allen. Hassan ist letzten Mittwoch 50 geworden und hat seitdem durchgefeiert. Er kam einmal hoch an die Bar, gab uns einen 'Ehrenfelder' aus und ging wieder runter in den Keller: Weiterfeiern. Für uns heißt es nun erstmal: Gemüse Suppe.

 

12.02.2010

Karneval in Köln. Eine ganz Stadt im Ausnahmezustand. Wer nicht Donnerstags ab spätestens elf Sekt oder Hörnertee zu trinken bereit ist, der hat noch nicht verstanden, worum es geht. Wahrscheinlich würde ohne die regen Bemühungen der Kölner jeder Winter einen Monat länger dauern.

Die Berliner kennen das ja: Ständig hat irgendwer irgendwen zu Gast, besonders im Sommer kommen sie alle aus den Provinzen des Landes, um die berühmte Hauptstadtluft zu schnuppern, die Luft der Berliner Schluffies und Mädchenfrauen (siehe Zeit Magazin). Nach Köln zieht es alle gleichzeitig, die Ehrenfelder WG's laufen reihenweise über von Besuch, der, glaubt's oder nicht, sogar aus China anreist, um eben donnerstags ab halb elf legetimiert Jägermeister trinken zu dürfen. Ebenfalls darf man den Umstand, dass jeder jedes Karnvalslied zu singen in der Lage ist, nicht unterschätzen. Man kann auch jedes Karnevalslied singen unabhängig davon, welches gerade gespielt wird: Sie passen immer.

Heute ist Tag zwei. Wir lassen's krachen.

 

08.02.2010

Während der vergangenen zwei Wochen war ich in der Eifel als Workshopteamer für das Rote Kreuz tätig. Eine Woche lang erarbeitete ich eine Performance mit sechs jungen Leuten ("Wünsche unter Wasser"). Während der zweiten Woche ging es um die zwei Entwicklungsstörungen Down-Syndrom und Autismus. Nun bin ich wieder in Köln und sehe bereits Karneval in voller Fahrt näher rollen..

Am 28. Februar tanze ich erneut im Hotel Beethoven in Bonn. Das Gebäude wird nun bald abegerissen - der letzte Februarwochenende soll als furioses Finale die Aktion 'Moving Locations' beenden. Wir werden in einem der vielen, von Künstlern umgestalteten Räumen zusehen, wie sich unsere Körper mit dem Gebäude und den tausenden von Gästen verbinden.