29.11.2009

Am 30.10. war ich als Tänzer an einem Abend in der 'Bar Ludwig' in Bonn beteiligt.

Hier sind einige Bilder, die Felix Keuck von geschossen hat.

Die Namen der Tänzerinnen sind: Sarah Hollstein, Fernanda Lima, Photini Meletadis und Bettina Nampé.

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25.11.2009

Heute eine Fotosession mit Topfpflanze.
Erste Station: Das Schimanski-Hochhaus an der Ecke Äußere Kanalstraße/Venloer. Schimi wohnt nämlich gar nicht in Duisburg, sondern in Bickendorf!
Ich stand frierend im Anzug auf dem Dach des Lüftungshäuschens im Wind, der über den Parkplatz fegte. Mann, war das kalt! Da soll mal einer sagen, modeln sei einfach!
Kurz bevor ich erfroren war, nahmen wir die (schon gebeutelte) Pflanze mit in die nächste Döner-Schmiede. Die wollten sie gleich da behalten. Warum sind Döner erst in den kargen Außenbezirken richtig gut?
Weiter gings zum Stadtarchiv und der dazugehörigen Baustelle. Die Pflanze litt, es gab weniger Wind, mein Augen blinzelten mit steter Regelmäßigkeit immer genau dann, wenn Felix auf den Auslöser drückte. Das kann ich gut.
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages holten wir uns am Rhein. Arme Pflanze. Dass nicht noch ein Hund sie zum Anpinklen missbrauchte, war auch alles. Die Bilder der beiden Meisterfotografen folgen in Kürze.

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Der Star ist die Topfpflanze
Sonst ist er immer hinter der Kamera
Topfplanze an der Ampel
Dame Stoppschild
Ehem. Präsidium (beim Stadtarchiv)

 

09.11.2009

Für Fans von Western mit Antihelden, von denen man in der ersten Minute weiß, dass sie sterben werden, hier vier Empfehlungen:

Pat Garrett und Billy the Kid (1973)
Butch Cassidy and the Sundance Kid (1969)
The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford (2007) und
Ned Kelly (2003)

Der erste, ein Peckinpah-Film, ist ein monströser Klassiker. Grandios gefilmt im Hitzeflirren des mexikanischen Grenzlandes. Unsterblicher Soundtrack von Bob Dylan (der auch als Schauspieler zur Besonderheit des Fims beiträgt) und ein langsamer, stetiger Rhythmus geradewegs in den Abgrund. Kris Kristofferson verkörpert Billy the Kid als mutigen Aussteigertypen, um dessen Charisma sich eine Bande feierhungriger Halunken gesammelt hat. Von der ersten Minuten an wissen wir: Das Ende wird nicht gut.

Butch Cassidy und Sundance sind humorvoller. Die Dialoge zwischen Paul Newman und Robert Redfort klingen zumindest in den ersten zwei Dritteln würzig und scharf wie bestes mexikanische Essen. Die lange Verfolgungsjagd in der Mitte des Films gehört zu den unterhaltsamsten der Slow-Action. Die beiden Bankräuber schießen (und töten) erstmals auf Menschen, als sie einen legalen Beruf ausüben. Dass das Ballern am Ende etwas zu sehr ausartet, verzeiht man dem Auftritt der beiden großen Schauspieler. Warum, zum Teufel Bolivien?

Jahre später: Brad Pitt als sehgeschwächter, müder, depressiver Jesse James. Der langsamste der drei Filme. Optisch kompromisslos anspruchsvoll: Die Geschichte schält sich wie Haut von einem Körper. Casey Affleck bietet als verdreht-böser Ford eine Ausnahmevorstellung: Seine ständig sich am Bruchpunkt befindende Stimme verkörpert den Zwiespalt des sich nach Anerkennung sehnenden Egos. Am Boden gehalten wird der Film von den dokumentarischen Einfügungen aus dem Off.

Unter die 'widely unnoticed films' würde 'Ned Kelly' sich gut einfügen. Eine jener Produktionen, die erst als DVD hier und dort auftauchen um Eindruck zu hinterlassen. Heath Ledger hörte ich neulich mit Klaus Kinski verglichen. So daneben war das vielleicht nicht. Wer sucht, der findet überraschend viele Filme, in denen er trotz seines kurzen Lebens mitwirkte. Besonders sind sie alle geworden. Er vermittelt das Gefühl, nicht zu spielen, sondern zu  s e i n: Alles an ihm scheint Ausnahme; die Lippen, die Haare, die Finger, die Schultern.
In der Rolle des Ned Kelly geht er geradewegs und sehenden Auges in jenen Abgrund, in dem nur große Helden Platz finden. Dank der Präsenz von Mr. Ledger verzeiht man Regisseur Gregor Jordan sogar, dass er mit Geoffrey Rush einen Weltklasseschaupieler steifschultrig in die Ecke hängt, so als sei er ein Kleiderbügel. Der Dreck und das trostlose, beständige Sauwetter machen aus diesem Western ein echtes Novemberstück.

 

07.11.2009


Im Wochenmagazin einer großen deutschen Zeitung lese ich eine Reportage über die Krise. Das ist nichts besonderes: Reportagen über die Krise haben wir alle gelesen - seit vorletztem September gehören sie zum Erscheinungsbild der Printmedien wie die Nase zum Gesicht.

Diese Reportage ist insofern besonders, da sie den Mikrokosmos eines von der Industrie abhängigen Dorfes durch 9 Monate begleitet. Firmenchefs, Angestellte, der junge Bürgermeister - ein kleines Kaleidoskop von Menschen entwickelt im Laufe der Monate plastisches, sich veränderndes Eigenleben.
Der Inhaber des mittelständischen Familienbetriebes kämpft sich durch. Statt zu schlafen, arbeitet er rund um die Uhr, um die Firma in ihr 121stes Jahr zu retten. Die Monate sind für ihn eine Wechselbad der Gefühle. Er scheint zu reifen in seiner Rolle, die er damals als junger Mann aus einem 'diffusen Pflichtgefühl' heraus übernahm - am Ende sieht es gut aus.
Der Bürgermeister müsste sparen, weil zwei Drittel der gewohnten Gewerbesteuer ausbleiben; aber er weiß nicht wo. Die Gemeindehalle, die sein Vorgänger baute, thront über dem Dorf wie ein Mahnmal an den Erfolg.
Der Angestellte, ein Dreher aus Thüringen, sitzt monatelang auf seinem Sofa, das er, genau wie den Flachbildfernseher auf Pump kaufte, als es noch ging. Auf Pump hatte er auch den Thailandurlaub finanziert - dahin wollte er mal auswandern, weil in Deutschland alles Scheiße gewesen ist, nicht gut genug, zu eng. "30 Jahre hab ich auf den Staat geschimpft. Das hab ich mir abgewöhnt", erkennt er jetzt. Das freut mich. Es bedeutet, dass nun etwas wertschätzt, das er früher so richtig gar nicht merken konnte in seinem Wohlstand, in dem er zwar hart arbeiten, aber kaum für sich selbst zu denken hatte.

Zwischen den Zeilen des Artikels schwingt neben der allgemeinen, existenziellen Angst vor der Krise noch eine zweite, eine bedrohlichere. Wir sorgen uns um die materielle Zukunft. Das ist richtig und liegt auf der Hand. In dem kleinen Dorf aber zerbrechen neben Krediten und Karrieren auch die Fäden des sozialen Netzwerkes. Auf einmal tauchen NPD-Schmierereien an den Wänden auf. Misstrauen wird sichtbar. Die Menschen suchen nicht nur den Schuldigen, sie suchen auch die schnelle Lösung.

Man darf nicht vergessen: Noch immer geht es uns sehr, sehr gut. So lange wir uns die Tiefkühlpizza leisten können, sind wir global gesehen reiche Spitzenklasse, ob sich das nun so anfühlt oder nicht. So lange wir trocken, halbwegs warm und mit vollem Bauch existieren, sind wir reiche Menschen.

Was wird passieren, wenn die Krise richtig packt? Wenn die Autoindustrie den Einbruch erlebt, den die Abwrackprämie nach hinten verschob, wenn die lange Reihe der von ihr abhängigen Dominos in leere Auftragsbücher blicken und Leute reihenweise entlassen muss? Fangen wir dann wieder an, mit ausgestreckten rechten Armen durch die Straßen zu ziehen?

So lange die Menschen nicht bereits in krisenfreien Zeiten begreifen, dass das Leben mehr ist als Arbeit, Brot und Jahresurlaub. So lange es nicht Normalität wird, dass der Mensch sich verwirklicht, frei denkt und auch mal 'Nein' sagt, bleibt jede Krise ein Monstrum - viel weniger wegen des Hungers, als mehr wegen der Bombe, die sich in ihr verbirgt.

 

06.11.09

Jetzt wo der Herbst anfängt, ungemütlich zu werden:

Hier ein paar Rückblicke auf die goldenen Oktobertage



Bilder/Draußen II